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Die materielle Kultur der Stadt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit

Sechzehntes Jahrhundert, Siebzehntes Jahrhundert, Europa / Geschichte, Kulturgeschichte, Mittelalter, Europa, 15. Jahrhundert (1400 bis 1499 n. Chr.), 16. Jahrhundert (1500 bis 1599 n. Chr.), 17. Jahrhundert (1600 bis 1699 n. Chr.), Stadtgeschichte; Frühe Neuzeit

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AusBILDung des Rechts Systematisierung und Vermittlung von Wissen in mittelalterlichen Rechtshandschriften

Kunstgeschichte, Recht / Römisches Recht, Römisches Recht, Rom (Staat, Reich) / Römisches Recht, Rechtsgeschichte, Europa / Geschichte, Kulturgeschichte, Mittelalter, Europäische Geschichte: Mittelalter, Breviarhandschrift; Buchmalerei; Leges-Handschriften

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Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, Band 2: Romanik [Gebundene Ausgabe] Susanne Wittekind (Herausgeber) Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland Bd. 2

Hardcover Hallenkirchen, byzantinisch beeinflusste Wandmalereien und meisterhaft gefertigte Steinmetzarbeiten prägen unser Bild der Romanik. Inkunabeln wie der Bamberger Reiter und die Kaiserdome in Mainz, Speyer und Worms sowie prachtvolle Zeugnisse der Buch- und Wandmalerei markieren die Etappen dieser Entwicklung. Anschaulich geschriebene Aufsätze mit zahlreichen Abbildungen und Planmaterial erläutern die Zusammenhänge zwischen den politisch-geschichtlichen Ereignissen und der Entwicklung in der Kunst. Auch im zweiten Band der "Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland" bilden die politischen, religiösen und institutionellen Veränderungen den Rahmen der Darstellung. Das Buch ist nach den Funktionen von Kunstwerken gegliedert, beginnend am Altar mit der liturgischen Ausstattung über die Ausgestaltung des Kirchenraumes mit ihren dauerhaften (Wand- und Deckenmalereien, Skulpturen) und mobilen Kunstwerken (z.B. Bildteppiche) bis zur Außenfassade und ihrer Rolle im städtischen Gesamtbild. Die Heiligenverehrung spielt eine wesentliche Rolle vor allem für die Kunst, die Gestaltung von Heiligengräbern, Reliquiaren und Schreinen wird zu einer wichtigen Aufgabe für die Künstler. Erstmals werden auch konkrete Personen vorgestellt, Bischöfe und Äbte oder Äbtissinnen, Herrscher und Adlige, die einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der künstlerischen Ideen nehmen konnten. Neben der Sakralarchitektur und ihrer Nutzung wird auch auf die Profanarchitektur in ihrer Rolle zwischen Funktion und Anspruch explizit eingegangen, die Pfalzen, Burgen, Rats- und Bürgerhäuser, Stadtbefestigungen, Tore, Brücken vorgestellt. Autor: Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Tübingen und München, Promotion 1993 in München mit einer Arbeit zur Illustration mittelalterlicher Psalmenkommentare, Stipendiatin der Graduiertenkollegs "Politische Ikonographie" in Hamburg (1990-92), Promotion 1993 in München, Post-Doc-Stipendiatin des Graduiertenkollegs Schriftkultur und Gesellschaft im Mittelalter in Münster mit einem Projekt über die Kunststiftungen Abt Wibalds von Stablo (1993-95). Arbeitsprojekt Christliche Kunst im 19. Jahrhundert (J. Schnorr v. Carolsfeld, L. Richter, J. Führich) 1996/97. 1999 Habilitation in München mit einer Arbeit über Reliquiar, Retabel - Kunst der Liturgie im Mittelalter. Benediktinische Reform in den Kunststiftungen des Abtes Wibald von Stablo (gedruckt bei Böhlau 2004). Seit Sommersemester 2002 Professorin für Kunstgeschichte (Schwerpunkt Mittelalterliche Bildkünste) an der Universität zu Köln. Forschungsschwerpunkte: Mittelalterliche Buchmalerei und Schatzkunst, Text-Bild-Forschung, Kunst und Liturgie, Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts, Historienmalerei 19. Jahrhundert ZU DIESEM BUCH Das vorliegende Buch benutzt den Begriff Romanik nicht stilgeschichtlich, sondern als Bezeichnung für die Kunst des Hochmittelalters, welches historisch die Zeitspanne vom 11.-13. Jh. umfasst. Was prägt diese Zeit? Ein wirtschaftlicher Aufschwung im 11. Jh. setzt Kräfte und Mittel für künstlerische Produktion frei. Hinzu kommt eine neue Mobilität durch Kreuzzüge und Pilgerreisen, intensivierten Handel, neue Ordensverbände und anziehungskräftige Schulen zwischen Salerno und Paris. Sie weiten den Horizont, sie schärfen das Bewusstsein für das Eigene in Kenntnis des Anderen. Die gesellschaftlichen Eliten, die als Auftraggeber der Kunst agieren, wachsen neben den König und die hohe Geistlichkeit treten Adelsfamilien und städtisches Patriziat. Bildung, Schrift- und Bildkultur verbreiten sich in diesen Kreisen - und Kunst wird zu einem zivilisatorischen Bedürfnis. Die gesellschaftliche Ordnung wird wesentlich durch Zeremoniell und symbolische Handlungen konstituiert. Kunstwerke spielen dabei eine wichtige Rolle als kostbare Gaben, sie machen zugleich Machtstrukturen und Beziehungen sichtbar. Das Welt- und Selbstverständnis der angesprochenen Eliten ist religiös geprägt, genauer: es ist selbstverständlich christlich. Kunst wird so um des Seelenheils willen und daher für die Kirche gestiftet. Sie wird zur Ausgestaltung des Gottesdienstes und des sakralen Raumes eingesetzt, sie unterstreicht den Wert der Heiligen. Doch Kunst sichert zugleich die Erinnerung, sie dient der Selbstdarstellung von geistlichen Institutionen, von Adel und Städten als neuen, wichtigen Trägerschichten. Geistliche und profane Welt durchdringen einander in Personen und Ämtern, Handlungen und Örtlichkeiten. Sie sind auch in solcher Kunst miteinander verflochten, die wir heute für bloß kirchlich halten. Daher liegt der Schwerpunkt dieses Bandes auf der geistlichen Kunst. Zudem haben Kirchen ihre Kunstschätze trotz hoher Verluste durch Einschmelzen und Neubauten, Brände und Plünderungen aufgrund ihrer institutionellen Kontinuität besser bewahren können als einzelne Adlige oder Herrscherfamilien. Ziel dieses Bandes ist es, den Handlungs- und Sinnzusammenhang der Kunstwerke aufzuzeigen und ihre Rolle als visuelle Kommunikationsmittel herauszuarbeiten. Nicht Kunstgattungen, sondern Leitthemen gliedern die Darstellung. Sie lenken das Augenmerk auf Lebensbereiche und Funktionen, für die Kunst dieser Zeit in besonderer Weise bedeutsam war. Neue Aspekte treten dadurch in den Blick: die reiche Schriftverwendung in Bildern, die Wertschätzung von Bildern als Mittel der Didaxe und der Reflexion. Ausgeprägt ist der Sinn der Zeit für Exotica, für neue Materialien und Techniken. Sehr weit reicht die Kenntnis der Kunst anderer Teile Europas, ja des Orients. Ein durch gemeinsame Sprache und Verfassung begründetes Deutschland gibt es in dieser Zeit nicht. Doch immerhin wird seit 1075 in Quellen der Begriff des Regnum Teutonicum verwendet. Es war neben dem Regnum Italiae und Burgund ein Teil des Sacrum Imperium Romanum. Das zeigt: Es gab ein Bewusstsein für dieses deutsche Königreich. Es umfasst die alten Stämme der Schwaben (Alamannen), der Franken, Sachsen und Bayern. Hinzu kommen Holstein, Friesland und Lothringen, die Marken Österreich (mit Kärnten, Steiermark, Krain und Istrien) und Verona (vgl. Karte). Der Herrschaftsbereich des Rex Teutonicus - zunächst der salischen Könige von Konrad II. bis zu Heinrich V., dann, nach Lothar von Supplinburg, der Staufer von Konrad III. bis zu Friedrich II. - wird in dieser Zeit durch Ostmission und Ostsiedlung um slawische Gebiete erweitert. Auch romanische Sprachgebiete (in Lothringen, Flandern, Norditalien) gehören selbstverständlich dazu. In ihnen lagen ebenfalls Zentren künstlerischer Produktion im Regnum Teutonicum. Sie werden in diesen Band einbezogen. Die Karte verdeutlicht die Doppelrolle von Bischöfen als geistlichen Reichsfürsten und Territorialherren, die eine Überlagerung von weltlichen und geistlichen Strukturen im Königreich bewirkt. Die Kirchenprovinzen greifen teils über seine Grenzen hinaus (Diözese Konstanz), andererseits gehören wichtige Reichsstädte wie Basel oder Cambrai kirchenpolitisch zu französischen Erzbistümern. So wird die Durchlässigkeit der mittelalterlichen Grenzen Deutschlands sinnfällig. Susanne Wittekind KULTURELLE KONTEXTE DER KUNST IM HOHEN MITTELALTER Kunst ist im hohen Mittelalter ein Kommunikations- und Repräsentationsmittel der gesellschaftlichen Eliten, der weltlichen und geistlichen Fürsten. Sie ist Teil von deren kultureller Selbstinszenierung. Kunst ist Teil der Religion, der Politik, der Bildung. Zugleich hat sie Teil an der geistigen Wirklichkeit, als deren Zeichen sich Kultur begreift. Grundlegendes Modell für die Zeichenhaftigkeit der Kultur ist das Messgeschehen. Denn dessen Leitvorstellung ist das Zusammenfallen von Erinnerung, zeichenhaftem Nachvollzug eines historischen Geschehens, Vergegenwärtigung, realem Sein und sakramentaler Wirksamkeit des Opfers. Zugleich wird in der Liturgie das irdische Handeln in der Kirche durchsichtig gemacht auf die himmlische Verehrung Gottes und die Gemeinschaft der unsichtbaren Kirche der Gläubigen. Das Leben jedes Einzelnen wird in eine heilsgeschichtliche Perspektive eingestellt. Die zeichenhafte Vergegenwärtigung dieser Weltordnung durch Repräsentation ist maßgebend für die Gesellschaft. Es gibt keine Trennung von religiösem und säkularem Leben. Deshalb ist Kunst in der Hauptsache ein religiöses Medium - weil die christliche Deutung der Welt den alles umfassenden Rahmen darstellt, weil sie in der Selbstinterpretation der hochmittelalterlichen Akteure das eigentliche Sein der Wirklichkeit ausspricht. Wenn im hohen Mittelalter Kunst gestiftet, geschaffen und rezipiert wird, ist die symbolische Durchsichtigkeit der Welt, die zeichenhafte Durchsetzung von Transzendenz den Akteuren jederzeit präsent. Sie bildet selbst das Zentrum ihrer Kunstauffassung und damit dessen, was die Kunst eigentlich abbildet und darstellt (ABB.2). Eine große in der Apsiswand hinter dem Hochaltar eingelassene lateinische Inschrift erinnert an die Weihe der Kapelle von Schwarzrheindorf 1151.3 Arnold von Wied als Besitzer, Erbauer und Stifter der Kirche ist es gelungen, die höchsten weltlichen und geistlichen Würdenträger des Reiches, den König selbst sowie wichtige Bischöfe und Äbte, zu diesem Festakt zu versammeln. Als erwählter, aber noch nicht geweihter Erzbischof von Köln und als langjähriger Kanzler des Königs repräsentiert Arnold, selbst aus einer Familie minderer Adliger stammend und über die theologische Bildung zu höchsten Ehren aufgestiegen, diejenige Schicht, in die er sich mit Amtsübernahme und Kirchenstiftung endgültig einschreibt. Der aufwendig inszenierte Akt der Kirchweihe in der kunstvoll gestalteten Schwarzrheindorfer Kirche wird zu einer Aufführung, die die Konstitution der hochmittelalterlichen Gesellschaft wie in einem Brennspiegel verdichtet, zwischen christlicher Religion und Politik, Bildung, Karriere und Amtsverständnis, Grundherrschaft und Königsherrschaft, familiären Bindungen und Freundschafts-Netzwerken, liturgischem Gedenken und weltlichem Ruhm. Die Kunst ist in dieser Kirchweihhandlung auf vielfältige Weise präsent, in erster Linie in Liturgie, Gesang und geistlicher Dichtung, in den kostbaren Gewändern, den liturgischen Geräten, aber natürlich auch in der Kirche selbst, der Architektur und ihrer Ausmalung. Zusatzinfo mit 10 Karten Sprache deutsch Maße 195 x 265 mm Gewicht 2734 g Einbandart Leinen Kunst Musik Theater Malerei Plastik Romanik Kunst ISBN-10 3-7913-3119-1 / 3791331191 ISBN-13 978-3-7913-3119-5 / 9783791331195

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Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, Band 2: Romanik [Gebundene Ausgabe] Susanne Wittekind (Herausgeber) Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland Bd. 2

2009 Zustand: gebraucht - sehr gut, Hallenkirchen, byzantinisch beeinflusste Wandmalereien und meisterhaft gefertigte Steinmetzarbeiten prägen unser Bild der Romanik. Inkunabeln wie der Bamberger Reiter und die Kaiserdome in Mainz, Speyer und Worms sowie prachtvolle Zeugnisse der Buch- und Wandmalerei markieren die Etappen dieser Entwicklung. Anschaulich geschriebene Aufsätze mit zahlreichen Abbildungen und Planmaterial erläutern die Zusammenhänge zwischen den politisch-geschichtlichen Ereignissen und der Entwicklung in der Kunst. Auch im zweiten Band der "Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland" bilden die politischen, religiösen und institutionellen Veränderungen den Rahmen der Darstellung. Das Buch ist nach den Funktionen von Kunstwerken gegliedert, beginnend am Altar mit der liturgischen Ausstattung über die Ausgestaltung des Kirchenraumes mit ihren dauerhaften (Wand- und Deckenmalereien, Skulpturen) und mobilen Kunstwerken (z.B. Bildteppiche) bis zur Außenfassade und ihrer Rolle im städtischen Gesamtbild. Die Heiligenverehrung spielt eine wesentliche Rolle vor allem für die Kunst, die Gestaltung von Heiligengräbern, Reliquiaren und Schreinen wird zu einer wichtigen Aufgabe für die Künstler. Erstmals werden auch konkrete Personen vorgestellt, Bischöfe und Äbte oder Äbtissinnen, Herrscher und Adlige, die einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der künstlerischen Ideen nehmen konnten. Neben der Sakralarchitektur und ihrer Nutzung wird auch auf die Profanarchitektur in ihrer Rolle zwischen Funktion und Anspruch explizit eingegangen, die Pfalzen, Burgen, Rats- und Bürgerhäuser, Stadtbefestigungen, Tore, Brücken vorgestellt. Autor: Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Tübingen und München, Promotion 1993 in München mit einer Arbeit zur Illustration mittelalterlicher Psalmenkommentare, Stipendiatin der Graduiertenkollegs "Politische Ikonographie" in Hamburg (1990-92), Promotion 1993 in München, Post-Doc-Stipendiatin des Graduiertenkollegs ?Schriftkultur und Gesellschaft im Mittelalter? in Münster mit einem Projekt über die Kunststiftungen Abt Wibalds von Stablo (1993-95). Arbeitsprojekt ?Christliche Kunst im 19. Jahrhundert (J. Schnorr v. Carolsfeld, L. Richter, J. Führich)? 1996/97. 1999 Habilitation in München mit einer Arbeit über ?Reliquiar, Retabel - Kunst der Liturgie im Mittelalter. Benediktinische Reform in den Kunststiftungen des Abtes Wibald von Stablo? (gedruckt bei Böhlau 2004). Seit Sommersemester 2002 Professorin für Kunstgeschichte (Schwerpunkt Mittelalterliche Bildkünste) an der Universität zu Köln. Forschungsschwerpunkte: Mittelalterliche Buchmalerei und Schatzkunst, Text-Bild-Forschung, Kunst und Liturgie, Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts, Historienmalerei 19. Jahrhundert ZU DIESEM BUCH Das vorliegende Buch benutzt den Begriff Romanik nicht stilgeschichtlich, sondern als Bezeichnung für die Kunst des Hochmittelalters, welches historisch die Zeitspanne vom 11.-13. Jh. umfasst. Was prägt diese Zeit? Ein wirtschaftlicher Aufschwung im 11. Jh. setzt Kräfte und Mittel für künstlerische Produktion frei. Hinzu kommt eine neue Mobilität durch Kreuzzüge und Pilgerreisen, intensivierten Handel, neue Ordensverbände und anziehungskräftige Schulen zwischen Salerno und Paris. Sie weiten den Horizont, sie schärfen das Bewusstsein für das Eigene in Kenntnis des Anderen. Die gesellschaftlichen Eliten, die als Auftraggeber der Kunst agieren, wachsen; neben den König und die hohe Geistlichkeit treten Adelsfamilien und städtisches Patriziat. Bildung, Schrift- und Bildkultur verbreiten sich in diesen Kreisen - und Kunst wird zu einem zivilisatorischen Bedürfnis. Die gesellschaftliche Ordnung wird wesentlich durch Zeremoniell und symbolische Handlungen konstituiert. Kunstwerke spielen dabei eine wichtige Rolle als kostbare Gaben, sie machen zugleich Machtstrukturen und Beziehungen sichtbar. Das Welt- und Selbstverständnis der angesprochenen Eliten ist religiös geprägt, genauer: es ist selbstverständlich christlich. Kunst wird so um des Seelenheils willen und daher für die Kirche gestiftet. Sie wird zur Ausgestaltung des Gottesdienstes und des sakralen Raumes eingesetzt, sie unterstreicht den Wert der Heiligen. Doch Kunst sichert zugleich die Erinnerung, sie dient der Selbstdarstellung von geistlichen Institutionen, von Adel und Städten als neuen, wichtigen Trägerschichten. Geistliche und profane Welt durchdringen einander in Personen und Ämtern, Handlungen und Örtlichkeiten. Sie sind auch in solcher Kunst miteinander verflochten, die wir heute für bloß »kirchlich« halten. Daher liegt der Schwerpunkt dieses Bandes auf der geistlichen Kunst. Zudem haben Kirchen ihre Kunstschätze trotz hoher Verluste durch Einschmelzen und Neubauten, Brände und Plünderungen aufgrund ihrer institutionellen Kontinuität besser bewahren können als einzelne Adlige oder Herrscherfamilien. Ziel dieses Bandes ist es, den Handlungs- und Sinnzusammenhang der Kunstwerke aufzuzeigen und ihre Rolle als visuelle Kommunikationsmittel herauszuarbeiten. Nicht Kunstgattungen, sondern Leitthemen gliedern die Darstellung. Sie lenken das Augenmerk auf Lebensbereiche und Funktionen, für die Kunst dieser Zeit in besonderer Weise bedeutsam war. Neue Aspekte treten dadurch in den Blick: die reiche Schriftverwendung in Bildern, die Wertschätzung von Bildern als Mittel der Didaxe und der Reflexion. Ausgeprägt ist der Sinn der Zeit für Exotica, für neue Materialien und Techniken. Sehr weit reicht die Kenntnis der Kunst anderer Teile Europas, ja des Orients. Ein durch gemeinsame Sprache und Verfassung begründetes Deutschland gibt es in dieser Zeit nicht. Doch immerhin wird seit 1075 in Quellen der Begriff des Regnum Teutonicum verwendet. Es war neben dem Regnum Italiae und Burgund ein Teil des Sacrum Imperium Romanum. Das zeigt: Es gab ein Bewusstsein für dieses deutsche Königreich. Es umfasst die alten Stämme der Schwaben (Alamannen), der Franken, Sachsen und Bayern. Hinzu kommen Holstein, Friesland und Lothringen, die Marken Österreich (mit Kärnten, Steiermark, Krain und Istrien) und Verona (vgl. Karte). Der Herrschaftsbereich des Rex Teutonicus - zunächst der salischen Könige von Konrad II. bis zu Heinrich V., dann, nach Lothar von Supplinburg, der Staufer von Konrad III. bis zu Friedrich II. - wird in dieser Zeit durch Ostmission und Ostsiedlung um slawische Gebiete erweitert. Auch romanische Sprachgebiete (in Lothringen, Flandern, Norditalien) gehören selbstverständlich dazu. In ihnen lagen ebenfalls Zentren künstlerischer Produktion im Regnum Teutonicum. Sie werden in diesen Band einbezogen. Die Karte verdeutlicht die Doppelrolle von Bischöfen als geistlichen Reichsfürsten und Territorialherren, die eine Überlagerung von weltlichen und geistlichen Strukturen im Königreich bewirkt. Die Kirchenprovinzen greifen teils über seine Grenzen hinaus (Diözese Konstanz), andererseits gehören wichtige Reichsstädte wie Basel oder Cambrai kirchenpolitisch zu französischen Erzbistümern. So wird die Durchlässigkeit der mittelalterlichen Grenzen »Deutschlands« sinnfällig. Susanne Wittekind KULTURELLE KONTEXTE DER KUNST IM HOHEN MITTELALTER Kunst ist im hohen Mittelalter ein Kommunikations- und Repräsentationsmittel der gesellschaftlichen Eliten, der weltlichen und geistlichen Fürsten. Sie ist Teil von deren kultureller Selbstinszenierung. Kunst ist Teil der Religion, der Politik, der Bildung. Zugleich hat sie Teil an der geistigen Wirklichkeit, als deren Zeichen sich Kultur begreift. Grundlegendes Modell für die Zeichenhaftigkeit der Kultur ist das Messgeschehen. Denn dessen Leitvorstellung ist das Zusammenfallen von Erinnerung, zeichenhaftem Nachvollzug eines historischen Geschehens, Vergegenwärtigung, realem Sein und sakramentaler Wirksamkeit des Opfers. Zugleich wird in der Liturgie das irdische Handeln in der Kirche durchsichtig gemacht auf die himmlische Verehrung Gottes und die Gemeinschaft der unsichtbaren Kirche der Gläubigen. Das Leben jedes Einzelnen wird in eine heilsgeschichtliche Perspektive eingestellt. Die zeichenhafte Vergegenwärtigung dieser Weltordnung durch Repräsentation ist maßgebend für die Gesellschaft. Es gibt keine Trennung von religiösem und säkularem Leben. Deshalb ist Kunst in der Hauptsache ein religiöses Medium - weil die christliche Deutung der Welt den alles umfassenden Rahmen darstellt, weil sie in der Selbstinterpretation der hochmittelalterlichen Akteure das eigentliche Sein der Wirklichkeit ausspricht. Wenn im hohen Mittelalter Kunst gestiftet, geschaffen und rezipiert wird, ist die symbolische Durchsichtigkeit der Welt, die zeichenhafte Durchsetzung von Transzendenz den Akteuren jederzeit präsent. Sie bildet selbst das Zentrum ihrer Kunstauffassung und damit dessen, was die Kunst »eigentlich« abbildet und darstellt (ABB.2). Eine große in der Apsiswand hinter dem Hochaltar eingelassene lateinische Inschrift erinnert an die Weihe der Kapelle von Schwarzrheindorf 1151.3 Arnold von Wied als Besitzer, Erbauer und Stifter der Kirche ist es gelungen, die höchsten weltlichen und geistlichen Würdenträger des Reiches, den König selbst sowie wichtige Bischöfe und Äbte, zu diesem Festakt zu versammeln. Als erwählter, aber noch nicht geweihter Erzbischof von Köln und als langjähriger Kanzler des Königs repräsentiert Arnold, selbst aus einer Familie minderer Adliger stammend und über die theologische Bildung zu höchsten Ehren aufgestiegen, diejenige Schicht, in die er sich mit Amtsübernahme und Kirchenstiftung endgültig einschreibt. Der aufwendig inszenierte Akt der Kirchweihe in der kunstvoll gestalteten Schwarzrheindorfer Kirche wird zu einer Aufführung, die die Konstitution der hochmittelalterlichen Gesellschaft wie in einem Brennspiegel verdichtet, zwischen christlicher Religion und Politik, Bildung, Karriere und Amtsverständnis, Grundherrschaft und Königsherrschaft, familiären Bindungen und Freundschafts-Netzwerken, liturgischem Gedenken und weltlichem Ruhm. Die Kunst ist in dieser Kirchweihhandlung auf vielfältige Weise präsent, in erster Linie in Liturgie, Gesang und geistlicher Dichtung, in den kostbaren Gewändern, den liturgischen Geräten, aber natürlich auch in der Kirche selbst, der Architektur und ihrer Ausmalung. Zusatzinfo mit 10 Karten Sprache deutsch Maße 195 x 265 mm Gewicht 2734 g Einbandart Leinen Kunst Musik Theater Malerei Plastik Romanik Kunst ISBN-10 3-7913-3119-1 / 3791331191 ISBN-13 978-3-7913-3119-5 / 9783791331195 Hallenkirchen, byzantinisch beeinflusste Wandmalereien und meisterhaft gefertigte Steinmetzarbeiten prägen unser Bild der Romanik. Inkunabeln wie der Bamberger Reiter und die Kaiserdome in Mainz, Speyer und Worms sowie prachtvolle Zeugnisse der Buch- und Wandmalerei markieren die Etappen dieser Entwicklung. Anschaulich geschriebene Aufsätze mit zahlreichen Abbildungen und Planmaterial erläutern die Zusammenhänge zwischen den politisch-geschichtlichen Ereignissen und der Entwicklung in der Kunst. Auch im zweiten Band der "Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland" bilden die politischen, religiösen und institutionellen Veränderungen den Rahmen der Darstellung. Das Buch ist nach den Funktionen von Kunstwerken gegliedert, beginnend am Altar mit der liturgischen Ausstattung über die Ausgestaltung des Kirchenraumes mit ihren dauerhaften (Wand- und Deckenmalereien, Skulpturen) und mobilen Kunstwerken (z.B. Bildteppiche) bis zur Außenfassade und ihrer Rolle im städtischen Gesamtbild. Die Heiligenverehrung spielt eine wesentliche Rolle vor allem für die Kunst, die Gestaltung von Heiligengräbern, Reliquiaren und Schreinen wird zu einer wichtigen Aufgabe für die Künstler. Erstmals werden auch konkrete Personen vorgestellt, Bischöfe und Äbte oder Äbtissinnen, Herrscher und Adlige, die einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der künstlerischen Ideen nehmen konnten. Neben der Sakralarchitektur und ihrer Nutzung wird auch auf die Profanarchitektur in ihrer Rolle zwischen Funktion und Anspruch explizit eingegangen, die Pfalzen, Burgen, Rats- und Bürgerhäuser, Stadtbefestigungen, Tore, Brücken vorgestellt. Autor: Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Tübingen und München, Promotion 1993 in München mit einer Arbeit zur Illustration mittelalterlicher Psalmenkommentare, Stipendiatin der Graduiertenkollegs "Politische Ikonographie" in Hamburg (1990-92), Promotion 1993 in München, Post-Doc-Stipendiatin des Graduiertenkollegs ?Schriftkultur und Gesellschaft im Mittelalter? in Münster mit einem Projekt über die Kunststiftungen Abt Wibalds von Stablo (1993-95). Arbeitsprojekt ?Christliche Kunst im 19. Jahrhundert (J. Schnorr v. Carolsfeld, L. Richter, J. Führich)? 1996/97. 1999 Habilitation in München mit einer Arbeit über ?Reliquiar, Retabel - Kunst der Liturgie im Mittelalter. Benediktinische Reform in den Kunststiftungen des Abtes Wibald von Stablo? (gedruckt bei Böhlau 2004). Seit Sommersemester 2002 Professorin für Kunstgeschichte (Schwerpunkt Mittelalterliche Bildkünste) an der Universität zu Köln. Forschungsschwerpunkte: Mittelalterliche Buchmalerei und Schatzkunst, Text-Bild-Forschung, Kunst und Liturgie, Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts, Historienmalerei 19. Jahrhundert ZU DIESEM BUCH Das vorliegende Buch benutzt den Begriff Romanik nicht stilgeschichtlich, sondern als Bezeichnung für die Kunst des Hochmittelalters, welches historisch die Zeitspanne vom 11.-13. Jh. umfasst. Was prägt diese Zeit? Ein wirtschaftlicher Aufschwung im 11. Jh. setzt Kräfte und Mittel für künstlerische Produktion frei. Hinzu kommt eine neue Mobilität durch Kreuzzüge und Pilgerreisen, intensivierten Handel, neue Ordensverbände und anziehungskräftige Schulen zwischen Salerno und Paris. Sie weiten den Horizont, sie schärfen das Bewusstsein für das Eigene in Kenntnis des Anderen. Die gesellschaftlichen Eliten, die als Auftraggeber der Kunst agieren, wachsen; neben den König und die hohe Geistlichkeit treten Adelsfamilien und städtisches Patriziat. Bildung, Schrift- und Bildkultur verbreiten sich in diesen Kreisen - und Kunst wird zu einem zivilisatorischen Bedürfnis. Die gesellschaftliche Ordnung wird wesentlich durch Zeremoniell und symbolische Handlungen konstituiert. Kunstwerke spielen dabei eine wichtige Rolle als kostbare Gaben, sie machen zugleich Machtstrukturen und Beziehungen sichtbar. Das Welt- und Selbstverständnis der angesprochenen Eliten ist religiös geprägt, genauer: es ist selbstverständlich christlich. Kunst wird so um des Seelenheils willen und daher für die Kirche gestiftet. Sie wird zur Ausgestaltung des Gottesdienstes und des sakralen Raumes eingesetzt, sie unterstreicht den Wert der Heiligen. Doch Kunst sichert zugleich die Erinnerung, sie dient der Selbstdarstellung von geistlichen Institutionen, von Adel und Städten als neuen, wichtigen Trägerschichten. Geistliche und profane Welt durchdringen einander in Personen und Ämtern, Handlungen und Örtlichkeiten. Sie sind auch in solcher Kunst miteinander verflochten, die wir heute für bloß »kirchlich« halten. Daher liegt der Schwerpunkt dieses Bandes auf der geistlichen Kunst. Zudem haben Kirchen ihre Kunstschätze trotz hoher Verluste durch Einschmelzen und Neubauten, Brände und Plünderungen aufgrund ihrer institutionellen Kontinuität besser bewahren können als einzelne Adlige oder Herrscherfamilien. Ziel dieses Bandes ist es, den Handlungs- und Sinnzusammenhang der Kunstwerke aufzuzeigen und ihre Rolle als visuelle Kommunikationsmittel herauszuarbeiten. Nicht Kunstgattungen, sondern Leitthemen gliedern die Darstellung. Sie lenken das Augenmerk auf Lebensbereiche und Funktionen, für die Kunst dieser Zeit in besonderer Weise bedeutsam war. Neue Aspekte treten dadurch in den Blick: die reiche Schriftverwendung in Bildern, die Wertschätzung von Bildern als Mittel der Didaxe und der Reflexion. Ausgeprägt ist der Sinn der Zeit für Exotica, für neue Materialien und Techniken. Sehr weit reicht die Kenntnis der Kunst anderer Teile Europas, ja des Orients. Ein durch gemeinsame Sprache und Verfassung begründetes Deutschland gibt es in dieser Zeit nicht. Doch immerhin wird seit 1075 in Quellen der Begriff des Regnum Teutonicum verwendet. Es war neben dem Regnum Italiae und Burgund ein Teil des Sacrum Imperium Romanum. Das zeigt: Es gab ein Bewusstsein für dieses deutsche Königreich. Es umfasst die alten Stämme der Schwaben (Alamannen), der Franken, Sachsen und Bayern. Hinzu kommen Holstein, Friesland und Lothringen, die Marken Österreich (mit Kärnten, Steiermark, Krain und Istrien) und Verona (vgl. Karte). Der Herrschaftsbereich des Rex Teutonicus - zunächst der salischen Könige von Konrad II. bis zu Heinrich V., dann, nach Lothar von Supplinburg, der Staufer von Konrad III. bis zu Friedrich II. - wird in dieser Zeit durch Ostmission und Ostsiedlung um slawische Gebiete erweitert. Auch romanische Sprachgebiete (in Lothringen, Flandern, Norditalien) gehören selbstverständlich dazu. In ihnen lagen ebenfalls Zentren künstlerischer Produktion im Regnum Teutonicum. Sie werden in diesen Band einbezogen. Die Karte verdeutlicht die Doppelrolle von Bischöfen als geistlichen Reichsfürsten und Territorialherren, die eine Überlagerung von weltlichen und geistlichen Strukturen im Königreich bewirkt. Die Kirchenprovinzen greifen teils über seine Grenzen hinaus (Diözese Konstanz), andererseits gehören wichtige Reichsstädte wie Basel oder Cambrai kirchenpolitisch zu französischen Erzbistümern. So wird die Durchlässigkeit der mittelalterlichen Grenzen »Deutschlands« sinnfällig. Susanne Wittekind KULTURELLE KONTEXTE DER KUNST IM HOHEN MITTELALTER Kunst ist im hohen Mittelalter ein Kommunikations- und Repräsentationsmittel der gesellschaftlichen Eliten, der weltlichen und geistlichen Fürsten. Sie ist Teil von deren kultureller Selbstinszenierung. Kunst ist Teil der Religion, der Politik, der Bildung. Zugleich hat sie Teil an der geistigen Wirklichkeit, als deren Zeichen sich Kultur begreift. Grundlegendes Modell für die Zeichenhaftigkeit der Kultur ist das Messgeschehen. Denn dessen Leitvorstellung ist das Zusammenfallen von Erinnerung, zeichenhaftem Nachvollzug eines historischen Geschehens, Vergegenwärtigung, realem Sein und sakramentaler Wirksamkeit des Opfers. Zugleich wird in der Liturgie das irdische Handeln in der Kirche durchsichtig gemacht auf die himmlische Verehrung Gottes und die Gemeinschaft der unsichtbaren Kirche der Gläubigen. Das Leben jedes Einzelnen wird in eine heilsgeschichtliche Perspektive eingestellt. Die zeichenhafte Vergegenwärtigung dieser Weltordnung durch Repräsentation ist maßgebend für die Gesellschaft. Es gibt keine Trennung von religiösem und säkularem Leben. Deshalb ist Kunst in der Hauptsache ein religiöses Medium - weil die christliche Deutung der Welt den alles umfassenden Rahmen darstellt, weil sie in der Selbstinterpretation der hochmittelalterlichen Akteure das eigentliche Sein der Wirklichkeit ausspricht. Wenn im hohen Mittelalter Kunst gestiftet, geschaffen und rezipiert wird, ist die symbolische Durchsichtigkeit der Welt, die zeichenhafte Durchsetzung von Transzendenz den Akteuren jederzeit präsent. Sie bildet selbst das Zentrum ihrer Kunstauffassung und damit dessen, was die Kunst »eigentlich« abbildet und darstellt (ABB.2). Eine große in der Apsiswand hinter dem Hochaltar eingelassene lateinische Inschrift erinnert an die Weihe der Kapelle von Schwarzrheindorf 1151.3 Arnold von Wied als Besitzer, Erbauer und Stifter der Kirche ist es gelungen, die höchsten weltlichen und geistlichen Würdenträger des Reiches, den König selbst sowie wichtige Bischöfe und Äbte, zu diesem Festakt zu versammeln. Als erwählter, aber noch nicht geweihter Erzbischof von Köln und als langjähriger Kanzler des Königs repräsentiert Arnold, selbst aus einer Familie minderer Adliger stammend und über die theologische Bildung zu höchsten Ehren aufgestiegen, diejenige Schicht, in die er sich mit Amtsübernahme und Kirchenstiftung endgültig einschreibt. Der aufwendig inszenierte Akt der Kirchweihe in der kunstvoll gestalteten Schwarzrheindorfer Kirche wird zu einer Aufführung, die die Konstitution der hochmittelalterlichen Gesellschaft wie in einem Brennspiegel verdichtet, zwischen christlicher Religion und Politik, Bildung, Karriere und Amtsverständnis, Grundherrschaft und Königsherrschaft, familiären Bindungen und Freundschafts-Netzwerken, liturgischem Gedenken und weltlichem Ruhm. Die Kunst ist in dieser Kirchweihhandlung auf vielfältige Weise präsent, in erster Linie in Liturgie, Gesang und geistlicher Dichtung, in den kostbaren Gewändern, den liturgischen Geräten, aber natürlich auch in der Kirche selbst, der Architektur und ihrer Ausmalung. Zusatzinfo mit 10 Karten Sprache deutsch Maße 195 x 265 mm Gewicht 2734 g Einbandart Leinen Kunst Musik Theater Malerei Plastik Romanik Kunst ISBN-10 3-7913-3119-1 / 3791331191 ISBN-13 978-3-7913-3119-5 / 9783791331195

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Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, Band 2: Romanik [Gebundene Ausgabe] Susanne Wittekind (Herausgeber) Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland Bd. 2

Hallenkirchen, byzantinisch beeinflusste Wandmalereien und meisterhaft gefertigte Steinmetzarbeiten prägen unser Bild der Romanik. Inkunabeln wie der Bamberger Reiter und die Kaiserdome in Mainz, Speyer und Worms sowie prachtvolle Zeugnisse der Buch- und Wandmalerei markieren die Etappen dieser Entwicklung. Anschaulich geschriebene Aufsätze mit zahlreichen Abbildungen und Planmaterial erläutern die Zusammenhänge zwischen den politisch-geschichtlichen Ereignissen und der Entwicklung in der Kunst. Auch im zweiten Band der "Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland" bilden die politischen, religiösen und institutionellen Veränderungen den Rahmen der Darstellung. Das Buch ist nach den Funktionen von Kunstwerken gegliedert, beginnend am Altar mit der liturgischen Ausstattung über die Ausgestaltung des Kirchenraumes mit ihren dauerhaften (Wand- und Deckenmalereien, Skulpturen) und mobilen Kunstwerken (z.B. Bildteppiche) bis zur Außenfassade und ihrer Rolle im städtischen Gesamtbild. Die Heiligenverehrung spielt eine wesentliche Rolle vor allem für die Kunst, die Gestaltung von Heiligengräbern, Reliquiaren und Schreinen wird zu einer wichtigen Aufgabe für die Künstler. Erstmals werden auch konkrete Personen vorgestellt, Bischöfe und Äbte oder Äbtissinnen, Herrscher und Adlige, die einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der künstlerischen Ideen nehmen konnten. Neben der Sakralarchitektur und ihrer Nutzung wird auch auf die Profanarchitektur in ihrer Rolle zwischen Funktion und Anspruch explizit eingegangen, die Pfalzen, Burgen, Rats- und Bürgerhäuser, Stadtbefestigungen, Tore, Brücken vorgestellt. Autor: Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Tübingen und München, Promotion 1993 in München mit einer Arbeit zur Illustration mittelalterlicher Psalmenkommentare, Stipendiatin der Graduiertenkollegs "Politische Ikonographie" in Hamburg (1990-92), Promotion 1993 in München, Post-Doc-Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Schriftkultur und Gesellschaft im Mittelalter" in Münster mit einem Projekt über die Kunststiftungen Abt Wibalds von Stablo (1993-95). Arbeitsprojekt „Christliche Kunst im 19. Jahrhundert (J. Schnorr v. Carolsfeld, L. Richter, J. Führich)" 1996/97. 1999 Habilitation in München mit einer Arbeit über „Reliquiar, Retabel - Kunst der Liturgie im Mittelalter. Benediktinische Reform in den Kunststiftungen des Abtes Wibald von Stablo" (gedruckt bei Böhlau 2004). Seit Sommersemester 2002 Professorin für Kunstgeschichte (Schwerpunkt Mittelalterliche Bildkünste) an der Universität zu Köln. Forschungsschwerpunkte: Mittelalterliche Buchmalerei und Schatzkunst, Text-Bild-Forschung, Kunst und Liturgie, Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts, Historienmalerei 19. Jahrhundert ZU DIESEM BUCH Das vorliegende Buch benutzt den Begriff Romanik nicht stilgeschichtlich, sondern als Bezeichnung für die Kunst des Hochmittelalters, welches historisch die Zeitspanne vom 11.-13. Jh. umfasst. Was prägt diese Zeit? Ein wirtschaftlicher Aufschwung im 11. Jh. setzt Kräfte und Mittel für künstlerische Produktion frei. Hinzu kommt eine neue Mobilität durch Kreuzzüge und Pilgerreisen, intensivierten Handel, neue Ordensverbände und anziehungskräftige Schulen zwischen Salerno und Paris. Sie weiten den Horizont, sie schärfen das Bewusstsein für das Eigene in Kenntnis des Anderen. Die gesellschaftlichen Eliten, die als Auftraggeber der Kunst agieren, wachsen; neben den König und die hohe Geistlichkeit treten Adelsfamilien und städtisches Patriziat. Bildung, Schrift- und Bildkultur verbreiten sich in diesen Kreisen - und Kunst wird zu einem zivilisatorischen Bedürfnis. Die gesellschaftliche Ordnung wird wesentlich durch Zeremoniell und symbolische Handlungen konstituiert. Kunstwerke spielen dabei eine wichtige Rolle als kostbare Gaben, sie machen zugleich Machtstrukturen und Beziehungen sichtbar. Das Welt- und Selbstverständnis der angesprochenen Eliten ist religiös geprägt, genauer: es ist selbstverständlich christlich. Kunst wird so um des Seelenheils willen und daher für die Kirche gestiftet. Sie wird zur Ausgestaltung des Gottesdienstes und des sakralen Raumes eingesetzt, sie unterstreicht den Wert der Heiligen. Doch Kunst sichert zugleich die Erinnerung, sie dient der Selbstdarstellung von geistlichen Institutionen, von Adel und Städten als neuen, wichtigen Trägerschichten. Geistliche und profane Welt durchdringen einander in Personen und Ämtern, Handlungen und Örtlichkeiten. Sie sind auch in solcher Kunst miteinander verflochten, die wir heute für bloß »kirchlich« halten. Daher liegt der Schwerpunkt dieses Bandes auf der geistlichen Kunst. Zudem haben Kirchen ihre Kunstschätze trotz hoher Verluste durch Einschmelzen und Neubauten, Brände und Plünderungen aufgrund ihrer institutionellen Kontinuität besser bewahren können als einzelne Adlige oder Herrscherfamilien. Ziel dieses Bandes ist es, den Handlungs- und Sinnzusammenhang der Kunstwerke aufzuzeigen und ihre Rolle als visuelle Kommunikationsmittel herauszuarbeiten. Nicht Kunstgattungen, sondern Leitthemen gliedern die Darstellung. Sie lenken das Augenmerk auf Lebensbereiche und Funktionen, für die Kunst dieser Zeit in besonderer Weise bedeutsam war. Neue Aspekte treten dadurch in den Blick: die reiche Schriftverwendung in Bildern, die Wertschätzung von Bildern als Mittel der Didaxe und der Reflexion. Ausgeprägt ist der Sinn der Zeit für Exotica, für neue Materialien und Techniken. Sehr weit reicht die Kenntnis der Kunst anderer Teile Europas, ja des Orients. Ein durch gemeinsame Sprache und Verfassung begründetes Deutschland gibt es in dieser Zeit nicht. Doch immerhin wird seit 1075 in Quellen der Begriff des Regnum Teutonicum verwendet. Es war neben dem Regnum Italiae und Burgund ein Teil des Sacrum Imperium Romanum. Das zeigt: Es gab ein Bewusstsein für dieses deutsche Königreich. Es umfasst die alten Stämme der Schwaben (Alamannen), der Franken, Sachsen und Bayern. Hinzu kommen Holstein, Friesland und Lothringen, die Marken Österreic

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Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, Band 2: Romanik [Gebundene Ausgabe] Susanne Wittekind (Herausgeber) Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland Bd. 2

Hallenkirchen, byzantinisch beeinflusste Wandmalereien und meisterhaft gefertigte Steinmetzarbeiten prägen unser Bild der Romanik. Inkunabeln wie der Bamberger Reiter und die Kaiserdome in Mainz, Speyer und Worms sowie prachtvolle Zeugnisse der Buch- und Wandmalerei markieren die Etappen dieser Entwicklung. Anschaulich geschriebene Aufsätze mit zahlreichen Abbildungen und Planmaterial erläutern die Zusammenhänge zwischen den politisch-geschichtlichen Ereignissen und der Entwicklung in der Kunst. Auch im zweiten Band der "Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland" bilden die politischen, religiösen und institutionellen Veränderungen den Rahmen der Darstellung. Das Buch ist nach den Funktionen von Kunstwerken gegliedert, beginnend am Altar mit der liturgischen Ausstattung über die Ausgestaltung des Kirchenraumes mit ihren dauerhaften (Wand- und Deckenmalereien, Skulpturen) und mobilen Kunstwerken (z.B. Bildteppiche) bis zur Außenfassade und ihrer Rolle im städtischen Gesamtbild. Die Heiligenverehrung spielt eine wesentliche Rolle vor allem für die Kunst, die Gestaltung von Heiligengräbern, Reliquiaren und Schreinen wird zu einer wichtigen Aufgabe für die Künstler. Erstmals werden auch konkrete Personen vorgestellt, Bischöfe und Äbte oder Äbtissinnen, Herrscher und Adlige, die einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der künstlerischen Ideen nehmen konnten. Neben der Sakralarchitektur und ihrer Nutzung wird auch auf die Profanarchitektur in ihrer Rolle zwischen Funktion und Anspruch explizit eingegangen, die Pfalzen, Burgen, Rats- und Bürgerhäuser, Stadtbefestigungen, Tore, Brücken vorgestellt. Autor: Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Tübingen und München, Promotion 1993 in München mit einer Arbeit zur Illustration mittelalterlicher Psalmenkommentare, Stipendiatin der Graduiertenkollegs "Politische Ikonographie" in Hamburg (1990-92), Promotion 1993 in München, Post-Doc-Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Schriftkultur und Gesellschaft im Mittelalter" in Münster mit einem Projekt über die Kunststiftungen Abt Wibalds von Stablo (1993-95). Arbeitsprojekt „Christliche Kunst im 19. Jahrhundert (J. Schnorr v. Carolsfeld, L. Richter, J. Führich)" 1996/97. 1999 Habilitation in München mit einer Arbeit über „Reliquiar, Retabel - Kunst der Liturgie im Mittelalter. Benediktinische Reform in den Kunststiftungen des Abtes Wibald von Stablo" (gedruckt bei Böhlau 2004). Seit Sommersemester 2002 Professorin für Kunstgeschichte (Schwerpunkt Mittelalterliche Bildkünste) an der Universität zu Köln. Forschungsschwerpunkte: Mittelalterliche Buchmalerei und Schatzkunst, Text-Bild-Forschung, Kunst und Liturgie, Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts, Historienmalerei 19. Jahrhundert ZU DIESEM BUCH Das vorliegende Buch benutzt den Begriff Romanik nicht stilgeschichtlich, sondern als Bezeichnung für die Kunst des Hochmittelalters, welches historisch die Zeitspanne vom 11.-13. Jh. umfasst. Was prägt diese Zeit? Ein wirtschaftlicher Aufschwung im 11. Jh. setzt Kräfte und Mittel für künstlerische Produktion frei. Hinzu kommt eine neue Mobilität durch Kreuzzüge und Pilgerreisen, intensivierten Handel, neue Ordensverbände und anziehungskräftige Schulen zwischen Salerno und Paris. Sie weiten den Horizont, sie schärfen das Bewusstsein für das Eigene in Kenntnis des Anderen. Die gesellschaftlichen Eliten, die als Auftraggeber der Kunst agieren, wachsen; neben den König und die hohe Geistlichkeit treten Adelsfamilien und städtisches Patriziat. Bildung, Schrift- und Bildkultur verbreiten sich in diesen Kreisen - und Kunst wird zu einem zivilisatorischen Bedürfnis. Die gesellschaftliche Ordnung wird wesentlich durch Zeremoniell und symbolische Handlungen konstituiert. Kunstwerke spielen dabei eine wichtige Rolle als kostbare Gaben, sie machen zugleich Machtstrukturen und Beziehungen sichtbar. Das Welt- und Selbstverständnis der angesprochenen Eliten ist religiös geprägt, genauer: es ist selbstverständlich christlich. Kunst wird so um des Seelenheils willen und daher für die Kirche gestiftet. Sie wird zur Ausgestaltung des Gottesdienstes und des sakralen Raumes eingesetzt, sie unterstreicht den Wert der Heiligen. Doch Kunst sichert zugleich die Erinnerung, sie dient der Selbstdarstellung von geistlichen Institutionen, von Adel und Städten als neuen, wichtigen Trägerschichten. Geistliche und profane Welt durchdringen einander in Personen und Ämtern, Handlungen und Örtlichkeiten. Sie sind auch in solcher Kunst miteinander verflochten, die wir heute für bloß »kirchlich« halten. Daher liegt der Schwerpunkt dieses Bandes auf der geistlichen Kunst. Zudem haben Kirchen ihre Kunstschätze trotz hoher Verluste durch Einschmelzen und Neubauten, Brände und Plünderungen aufgrund ihrer institutionellen Kontinuität besser bewahren können als einzelne Adlige oder Herrscherfamilien. Ziel dieses Bandes ist es, den Handlungs- und Sinnzusammenhang der Kunstwerke aufzuzeigen und ihre Rolle als visuelle Kommunikationsmittel herauszuarbeiten. Nicht Kunstgattungen, sondern Leitthemen gliedern die Darstellung. Sie lenken das Augenmerk auf Lebensbereiche und Funktionen, für die Kunst dieser Zeit in besonderer Weise bedeutsam war. Neue Aspekte treten dadurch in den Blick: die reiche Schriftverwendung in Bildern, die Wertschätzung von Bildern als Mittel der Didaxe und der Reflexion. Ausgeprägt ist der Sinn der Zeit für Exotica, für neue Materialien und Techniken. Sehr weit reicht die Kenntnis der Kunst anderer Teile Europas, ja des Orients. Ein durch gemeinsame Sprache und Verfassung begründetes Deutschland gibt es in dieser Zeit nicht. Doch immerhin wird seit 1075 in Quellen der Begriff des Regnum Teutonicum verwendet. Es war neben dem Regnum Italiae und Burgund ein Teil des Sacrum Imperium Romanum. Das zeigt: Es gab ein Bewusstsein für dieses deutsche Königreich. Es umfasst die alten Stämme der Schwaben (Alamannen), der Franken, Sachsen und Bayern. Hinzu kommen Holstein, Friesland und Lothringen, die Marken Österreic

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Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, Band 2: Romanik [Gebundene Ausgabe] Susanne Wittekind (Herausgeber) Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland Bd. 2

Zustand: gebraucht - sehr gut, Hallenkirchen, byzantinisch beeinflusste Wandmalereien und meisterhaft gefertigte Steinmetzarbeiten prägen unser Bild der Romanik. Inkunabeln wie der Bamberger Reiter und die Kaiserdome in Mainz, Speyer und Worms sowie prachtvolle Zeugnisse der Buch- und Wandmalerei markieren die Etappen dieser Entwicklung. Anschaulich geschriebene Aufsätze mit zahlreichen Abbildungen und Planmaterial erläutern die Zusammenhänge zwischen den politisch-geschichtlichen Ereignissen und der Entwicklung in der Kunst. Auch im zweiten Band der "Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland" bilden die politischen, religiösen und institutionellen Veränderungen den Rahmen der Darstellung. Das Buch ist nach den Funktionen von Kunstwerken gegliedert, beginnend am Altar mit der liturgischen Ausstattung über die Ausgestaltung des Kirchenraumes mit ihren dauerhaften (Wand- und Deckenmalereien, Skulpturen) und mobilen Kunstwerken (z.B. Bildteppiche) bis zur Außenfassade und ihrer Rolle im städtischen Gesamtbild. Die Heiligenverehrung spielt eine wesentliche Rolle vor allem für die Kunst, die Gestaltung von Heiligengräbern, Reliquiaren und Schreinen wird zu einer wichtigen Aufgabe für die Künstler. Erstmals werden auch konkrete Personen vorgestellt, Bischöfe und Äbte oder Äbtissinnen, Herrscher und Adlige, die einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der künstlerischen Ideen nehmen konnten. Neben der Sakralarchitektur und ihrer Nutzung wird auch auf die Profanarchitektur in ihrer Rolle zwischen Funktion und Anspruch explizit eingegangen, die Pfalzen, Burgen, Rats- und Bürgerhäuser, Stadtbefestigungen, Tore, Brücken vorgestellt. Autor: Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Tübingen und München, Promotion 1993 in München mit einer Arbeit zur Illustration mittelalterlicher Psalmenkommentare, Stipendiatin der Graduiertenkollegs "Politische Ikonographie" in Hamburg (1990-92), Promotion 1993 in München, Post-Doc-Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Schriftkultur und Gesellschaft im Mittelalter“ in Münster mit einem Projekt über die Kunststiftungen Abt Wibalds von Stablo (1993-95). Arbeitsprojekt „Christliche Kunst im 19. Jahrhundert (J. Schnorr v. Carolsfeld, L. Richter, J. Führich)“ 1996/97. 1999 Habilitation in München mit einer Arbeit über „Reliquiar, Retabel - Kunst der Liturgie im Mittelalter. Benediktinische Reform in den Kunststiftungen des Abtes Wibald von Stablo“ (gedruckt bei Böhlau 2004). Seit Sommersemester 2002 Professorin für Kunstgeschichte (Schwerpunkt Mittelalterliche Bildkünste) an der Universität zu Köln. Forschungsschwerpunkte: Mittelalterliche Buchmalerei und Schatzkunst, Text-Bild-Forschung, Kunst und Liturgie, Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts, Historienmalerei 19. Jahrhundert ZU DIESEM BUCH Das vorliegende Buch benutzt den Begriff Romanik nicht stilgeschichtlich, sondern als Bezeichnung für die Kunst des Hochmittelalters, welches historisch die Zeitspanne vom 11.-13. Jh. umfasst. Was prägt diese Zeit? Ein wirtschaftlicher Aufschwung im 11. Jh. setzt Kräfte und Mittel für künstlerische Produktion frei. Hinzu kommt eine neue Mobilität durch Kreuzzüge und Pilgerreisen, intensivierten Handel, neue Ordensverbände und anziehungskräftige Schulen zwischen Salerno und Paris. Sie weiten den Horizont, sie schärfen das Bewusstsein für das Eigene in Kenntnis des Anderen. Die gesellschaftlichen Eliten, die als Auftraggeber der Kunst agieren, wachsen; neben den König und die hohe Geistlichkeit treten Adelsfamilien und städtisches Patriziat. Bildung, Schrift- und Bildkultur verbreiten sich in diesen Kreisen - und Kunst wird zu einem zivilisatorischen Bedürfnis. Die gesellschaftliche Ordnung wird wesentlich durch Zeremoniell und symbolische Handlungen konstituiert. Kunstwerke spielen dabei eine wichtige Rolle als kostbare Gaben, sie machen zugleich Machtstrukturen und Beziehungen sichtbar. Das Welt- und Selbstverständnis der angesprochenen Eliten ist religiös geprägt, genauer: es ist selbstverständlich christlich. Kunst wird so um des Seelenheils willen und daher für die Kirche gestiftet. Sie wird zur Ausgestaltung des Gottesdienstes und des sakralen Raumes eingesetzt, sie unterstreicht den Wert der Heiligen. Doch Kunst sichert zugleich die Erinnerung, sie dient der Selbstdarstellung von geistlichen Institutionen, von Adel und Städten als neuen, wichtigen Trägerschichten. Geistliche und profane Welt durchdringen einander in Personen und Ämtern, Handlungen und Örtlichkeiten. Sie sind auch in solcher Kunst miteinander verflochten, die wir heute für bloß »kirchlich« halten. Daher liegt der Schwerpunkt dieses Bandes auf der geistlichen Kunst. Zudem haben Kirchen ihre Kunstschätze trotz hoher Verluste durch Einschmelzen und Neubauten, Brände und Plünderungen aufgrund ihrer institutionellen Kontinuität besser bewahren können als einzelne Adlige oder Herrscherfamilien. Ziel dieses Bandes ist es, den Handlungs- und Sinnzusammenhang der Kunstwerke aufzuzeigen und ihre Rolle als visuelle Kommunikationsmittel herauszuarbeiten. Nicht Kunstgattungen, sondern Leitthemen gliedern die Darstellung. Sie lenken das Augenmerk auf Lebensbereiche und Funktionen, für die Kunst dieser Zeit in besonderer Weise bedeutsam war. Neue Aspekte treten dadurch in den Blick: die reiche Schriftverwendung in Bildern, die Wertschätzung von Bildern als Mittel der Didaxe und der Reflexion. Ausgeprägt ist der Sinn der Zeit für Exotica, für neue Materialien und Techniken. Sehr weit reicht die Kenntnis der Kunst anderer Teile Europas, ja des Orients. Ein durch gemeinsame Sprache und Verfassung begründetes Deutschland gibt es in dieser Zeit nicht. Doch immerhin wird seit 1075 in Quellen der Begriff des Regnum Teutonicum verwendet. Es war neben dem Regnum Italiae und Burgund ein Teil des Sacrum Imperium Romanum. Das zeigt: Es gab ein Bewusstsein für dieses deutsche Königreich. Es umfasst die alten Stämme der Schwaben (Alamannen), der Franken, Sachsen und Bayern. Hinzu kommen Holstein, Friesland und Lothringen, die Marken Österreich (mit Kärnten, Steiermark, Krain und Istrien) und Verona (vgl. Karte). Der Herrschaftsbereich des Rex Teutonicus - zunächst der salischen Könige von Konrad II. bis zu Heinrich V., dann, nach Lothar von Supplinburg, der Staufer von Konrad III. bis zu Friedrich II. - wird in dieser Zeit durch Ostmission und Ostsiedlung um slawische Gebiete erweitert. Auch romanische Sprachgebiete (in Lothringen, Flandern, Norditalien) gehören selbstverständlich dazu. In ihnen lagen ebenfalls Zentren künstlerischer Produktion im Regnum Teutonicum. Sie werden in diesen Band einbezogen. Die Karte verdeutlicht die Doppelrolle von Bischöfen als geistlichen Reichsfürsten und Territorialherren, die eine Überlagerung von weltlichen und geistlichen Strukturen im Königreich bewirkt. Die Kirchenprovinzen greifen teils über seine Grenzen hinaus (Diözese Konstanz), andererseits gehören wichtige Reichsstädte wie Basel oder Cambrai kirchenpolitisch zu französischen Erzbistümern. So wird die Durchlässigkeit der mittelalterlichen Grenzen »Deutschlands« sinnfällig. Susanne Wittekind KULTURELLE KONTEXTE DER KUNST IM HOHEN MITTELALTER Kunst ist im hohen Mittelalter ein Kommunikations- und Repräsentationsmittel der gesellschaftlichen Eliten, der weltlichen und geistlichen Fürsten. Sie ist Teil von deren kultureller Selbstinszenierung. Kunst ist Teil der Religion, der Politik, der Bildung. Zugleich hat sie Teil an der geistigen Wirklichkeit, als deren Zeichen sich Kultur begreift. Grundlegendes Modell für die Zeichenhaftigkeit der Kultur ist das Messgeschehen. Denn dessen Leitvorstellung ist das Zusammenfallen von Erinnerung, zeichenhaftem Nachvollzug eines historischen Geschehens, Vergegenwärtigung, realem Sein und sakramentaler Wirksamkeit des Opfers. Zugleich wird in der Liturgie das irdische Handeln in der Kirche durchsichtig gemacht auf die himmlische Verehrung Gottes und die Gemeinschaft der unsichtbaren Kirche der Gläubigen. Das Leben jedes Einzelnen wird in eine heilsgeschichtliche Perspektive eingestellt. Die zeichenhafte Vergegenwärtigung dieser Weltordnung durch Repräsentation ist maßgebend für die Gesellschaft. Es gibt keine Trennung von religiösem und säkularem Leben. Deshalb ist Kunst in der Hauptsache ein religiöses Medium - weil die christliche Deutung der Welt den alles umfassenden Rahmen darstellt, weil sie in der Selbstinterpretation der hochmittelalterlichen Akteure das eigentliche Sein der Wirklichkeit ausspricht. Wenn im hohen Mittelalter Kunst gestiftet, geschaffen und rezipiert wird, ist die symbolische Durchsichtigkeit der Welt, die zeichenhafte Durchsetzung von Transzendenz den Akteuren jederzeit präsent. Sie bildet selbst das Zentrum ihrer Kunstauffassung und damit dessen, was die Kunst »eigentlich« abbildet und darstellt (ABB.2). Eine große in der Apsiswand hinter dem Hochaltar eingelassene lateinische Inschrift erinnert an die Weihe der Kapelle von Schwarzrheindorf 1151.3 Arnold von Wied als Besitzer, Erbauer und Stifter der Kirche ist es gelungen, die höchsten weltlichen und geistlichen Würdenträger des Reiches, den König selbst sowie wichtige Bischöfe und Äbte, zu diesem Festakt zu versammeln. Als erwählter, aber noch nicht geweihter Erzbischof von Köln und als langjähriger Kanzler des Königs repräsentiert Arnold, selbst aus einer Familie minderer Adliger stammend und über die theologische Bildung zu höchsten Ehren aufgestiegen, diejenige Schicht, in die er sich mit Amtsübernahme und Kirchenstiftung endgültig einschreibt. Der aufwendig inszenierte Akt der Kirchweihe in der kunstvoll gestalteten Schwarzrheindorfer Kirche wird zu einer Aufführung, die die Konstitution der hochmittelalterlichen Gesellschaft wie in einem Brennspiegel verdichtet, zwischen christlicher Religion und Politik, Bildung, Karriere und Amtsverständnis, Grundherrschaft und Königsherrschaft, familiären Bindungen und Freundschafts-Netzwerken, liturgischem Gedenken und weltlichem Ruhm. Die Kunst ist in dieser Kirchweihhandlung auf vielfältige Weise präsent, in erster Linie in Liturgie, Gesang und geistlicher Dichtung, in den kostbaren Gewändern, den liturgischen Geräten, aber natürlich auch in der Kirche selbst, der Architektur und ihrer Ausmalung. Zusatzinfo mit 10 Karten Sprache deutsch Maße 195 x 265 mm Gewicht 2734 g Einbandart Leinen Kunst Musik Theater Malerei Plastik Romanik Kunst ISBN-10 3-7913-3119-1 / 3791331191 ISBN-13 978-3-7913-3119-5 / 9783791331195

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